
3 Dinge, die ihr noch nicht über mich wusstet
1. 🔥 Verbrannte Ohren wegen George W. Bush
Von 2006 bis 2009 war ich in der Päpstlichen Schweizergarde tätig. Neben Zugangskontrolle, Wachtdienst und Ordnungsdienst gehörte auch der Ehrendienst dazu, etwa bei Staatsbesuchen. Am 9. Juni 2007 kam der amtierende amerikanische Präsident George W. Bush mit seiner Frau Laura zu Papst Benedikt XVI. in den Vatikan. Ich wurde an diesem Tag eingeteilt, das Ehepaar Bush mit militärischen Ehren willkommen zu heissen.
Es war ein heisser Tag, und ausgerechnet an diesem hatte ich meinen schwarzen Helm nicht richtig montiert. Er lag seitlich direkt auf meinen Ohren auf. Man kann sich vorstellen, was das bei praller Sonne bedeutet. Und so steht man in Reih und Glied, darf sich nicht bewegen, und spürt, wie es an den Ohren immer wärmer wird. Die Kameraden links und rechts meinten schon, der Heilige Vater hätte für George W. Bush den Grill angeworfen, so ungefähr hat es gerochen. 😅 Gut, das mit dem Riechen ist etwas übertrieben. Der Rest der Geschichte stimmt aber haargenau. Als Herr und Frau Bush den Vatikan wieder verlassen hatten und wir zurück im Quartier waren, entdeckte ich tatsächlich Brandblasen auf meinen Ohren. Heute finde ich die Geschichte deutlich amüsanter als am 9. Juni 2007.

2. 🥶 Baden über dem Polarkreis
2022 sind wir mit dem Camper quer durch die Lofoten gereist. Zwei Nächte davon haben wir auf dem Lofoten Beach Camp verbracht, ein Tipp eines guten Freundes, der selbst schon dort war. Er sollte recht behalten: Es war sensationell, wir hätten locker länger bleiben können, und wir hatten sogar das Glück, die Nordlichter zu sehen (siehe Video am Ende des Beitrags).
Derselbe Freund meinte aber auch: «Du, Dominik, wenn du schon dort bist, musst du unbedingt im Meer baden gehen!» Meine Antwort: «Klar, macht Sinn. Das Wasser auf Mallorca ist mir eh schon zu warm, deshalb reise ich ja extra über den Polarkreis.» 🙃 Dazu meinte er nur: «Mach es einfach. Wer kann schon sagen, dass er über dem Polarkreis im Meer gebadet hat?» Auch hier behielt er recht. Am Strand von Ramberg gab es für mich nur noch einen Gedanken: Mach es! Zum Glück habe ich auf ihn gehört, ich fand es so cool, dass es mir sogar diesen Absatz wert ist.

3. 💃 Mit 12'000 Euro in einer Disco in Uganda
Um das Jahr 2010 habe ich in München eine Weiterbildung in Digitalfilm und Animation gemacht, eine tolle Zeit, in der ich nicht nur das Filmhandwerk lernte, sondern auch viele spannende Leute kennenlernte. Ein paar Jahre später, zurück in der Schweiz, meldete sich ein ehemaliger Studienkollege, der inzwischen bei einer deutschen Produktionsfirma arbeitete. Diese drehte für das Schweizer Fernsehen die neue Serie «Jobtausch» und suchte einen Schweizer Set-Runner, damit sich die Schweizer Protagonisten neben dem deutschen Team etwas heimischer fühlten. So kam ich ins Spiel.
Um erste Erfahrung zu sammeln, schickte man mich vorher als Set-Runner zu einer Folge «Frauentausch». Dort war ich das Mädchen für alles: Bewilligungen einholen, Verpflegung organisieren, die gesamte Reisekasse verwalten. Nach diesem Crashkurs ging es mit einem Regisseur, einem Kameramann und einem Tonmann nach Uganda, um zwei Folgen von «Jobtausch» zu drehen, einmal in einer Bäckerei, einmal in einer Autowerkstatt. Auch bei dieser Produktion war ich wieder für die Finanzen zuständig.
An einem freien Abend sind wir dann mit dem gesamten Team essen gegangen und haben den Geburtstag des Kameramanns gefeiert. Meine Bauchtasche mit den rund 12'000 Euro war natürlich auch dabei. Nach dem Abendessen hat man sich entschlossen, die «Party» in einen Club zu verlegen. Und wie von der Produktionsfirma gewünscht, war das Geld immer am Mann. Auch wenn es in einer Disco in Uganda war. Ich kann euch beruhigen: Ich habe mich so natürlich und cool gegeben, dass ich (fast) nicht aufgefallen bin. 😂
> Link zum Beschrieb der Frauentausch-Folge
> Link zur ersten Folge Jobtausch (Bäcker)
> Link zur zweiten Folge Jobtausch (Mechaniker)



Bei einem Kaffee erzähle ich gerne weitere Anekdoten aus meiner Zeit im Vatikan, von meinen Reisen oder aus dem beruflichen Alltag.








